Thermorollo: Was es gegen Hitze und Kälte wirklich bringt
Wie ein Thermorollo funktioniert, was es im Sommer und im Winter leistet, wo seine Grenzen liegen und wie du es auch ohne Bohren anbringst. Ratgeber aus Berlin.

Im Sommer wird es in Dachgeschosswohnungen und Räumen mit Südfenstern oft schon mittags zu warm. Wer keinen Rollladen hat und an der Fassade nichts verändern darf, sucht nach einer Lösung für innen. Das Thermorollo ist eine der wenigen, die dabei wirklich etwas bewirken. Es kann aber nicht zaubern, und es hilft, vorher zu wissen, was es leistet und was nicht.
Was ist ein Thermorollo?
Ein Thermorollo ist ein Rollo mit einem beschichteten Stoff. Auf der Seite, die zum Fenster zeigt, sitzt eine reflektierende Schicht, meist silbrig oder hell glänzend. Sie wirft einen Teil der Sonnenstrahlung zurück durch die Scheibe, bevor sie den Stoff aufheizt. Im Handel heißt es auch Hitzeschutzrollo oder Thermo-Rollo.
Von innen sieht man diese Beschichtung nicht. Zum Raum hin hat das Thermorollo eine normale Stoffseite in der Farbe, die du aussuchst.
Was bringt es im Sommer?
Ein gewöhnliches Rollo hält die Sonne zwar vom Raum fern, heizt sich dabei aber selbst auf. Der warme Stoff gibt die Wärme dann in den Raum ab. Beim Thermorollo landet ein Teil der Strahlung gar nicht erst im Stoff, weil die Beschichtung sie zurückwirft. Der Stoff bleibt kühler, und es kommt weniger Wärme im Zimmer an.
Am meisten merkst du das an Fenstern, die lange in der Sonne liegen: Süd- und Westfenster, große Glasflächen und Dachfenster.
Und im Winter?
Im Winter wirkt das Thermorollo vor allem als zusätzliche Schicht. Heruntergelassen hält es ein Luftpolster zwischen Stoff und Scheibe. Die kalte Luft am Glas zieht dann weniger in den Raum, und die Nähe zum Fenster fühlt sich weniger zugig an. Am besten funktioniert das, wenn das Rollo dicht am Glas sitzt und seitlich in Schienen läuft.
Ein Ersatz für gute Fenster oder eine Dämmung ist das nicht. Bei alten Fenstern oder kühlen Altbauwohnungen ist es aber ein spürbarer Zugewinn an Behaglichkeit.
Zieh das Thermorollo im Winter tagsüber hoch, wenn die Sonne scheint, und lüfte regelmäßig. Bei sehr dicht schließenden Rollos kann sich sonst an der kalten Scheibe Kondenswasser sammeln.
Wo die Grenzen liegen
Die Sonnenstrahlung geht durch die Scheibe, bevor sie auf das Thermorollo trifft. Ein Teil der Wärme ist damit schon im Raum. Außenliegender Sonnenschutz wie Raffstore, Rollladen oder Markise fängt die Strahlung dagegen ab, bevor sie das Glas erreicht. Gegen große Hitze ist außen deshalb immer wirksamer als innen.
Das Thermorollo ist die richtige Wahl, wenn außen nichts geht: in Mietwohnungen, bei denkmalgeschützten Fassaden oder wenn die Eigentümergemeinschaft keinen Außensonnenschutz erlaubt. Wenn du die Wahl hast, lies vorher unseren Ratgeber zum Sonnenschutz für Fenster außen.
Lichtdurchlässig oder verdunkelnd?
Thermostoffe gibt es in zwei Richtungen. Lichtdurchlässige Varianten halten Hitze und Blendung ab und lassen den Raum trotzdem hell. Sie passen ins Wohnzimmer und ins Homeoffice, wo du tagsüber Licht brauchst.
Verdunkelnde Varianten kombinieren die reflektierende Schicht mit einer lichtdichten Beschichtung. Sie sind fürs Schlafzimmer gedacht, besonders unter dem Dach, wo es im Sommer heiß und morgens früh hell wird. Damit es dort wirklich dunkel wird, gehören Kassette und Seitenschienen dazu. Warum, steht in unserem Ratgeber zum Rollo mit Seitenführung.
Montage: nah am Glas, auch ohne Bohren
Für ein Thermorollo ist die Montage direkt auf dem Fensterflügel ideal. Dort hängt der Stoff nah an der Scheibe, die Beschichtung kann die Strahlung gut zurückwerfen, und im Winter bildet sich ein ruhiges Luftpolster. Das Rollo geht beim Öffnen und Kippen mit.
Mit Klemmträgern geht das auch ohne Bohren. Das Thermorollo wird auf den Flügel gesetzt und lässt sich beim Auszug ohne Spuren abnehmen. Mehr dazu auf unserer Seite Rollo ohne Bohren. Ob dein Fensterprofil für Klemmträger passt, prüfen wir beim Aufmaß.
Für welche Räume lohnt es sich?
Am meisten bringt ein Thermorollo im Dachgeschoss, in Räumen mit Süd- oder Westfenstern und überall dort, wo große Glasflächen direkt in der Sonne liegen. Im Homeoffice hilft es doppelt, weil es neben der Wärme auch die Blendung auf dem Bildschirm reduziert.
Im Schlafzimmer unter dem Dach ist die verdunkelnde Variante mit Seitenschienen oft die beste Lösung, die innen möglich ist. Für Nordfenster lohnt sich ein Thermorollo dagegen kaum, dort reicht ein normales Rollo.
- Ein Thermorollo hat eine reflektierende Beschichtung zur Scheibe hin.
- Im Sommer kommt weniger Sonnenwärme im Raum an.
- Im Winter hält es als zusätzliche Schicht Kälte vom Fenster fern.
- Außenliegender Sonnenschutz ist gegen Hitze wirksamer.
- Es gibt lichtdurchlässige und verdunkelnde Varianten.
- Am besten sitzt es direkt auf dem Flügel, auch ohne Bohren.
Fazit
Ein Thermorollo ist der wirksamste Hitzeschutz, den du innen am Fenster anbringen kannst. Es hält einen Teil der Sonnenwärme draußen und macht das Fenster im Winter etwas behaglicher. Gegen große Hitze kommt es an einen außenliegenden Sonnenschutz nicht heran, aber dort, wo außen nichts erlaubt ist, ist es oft die beste Wahl.
Systeme, Stoffe und Montagearten findest du auf unserer Seite zum Rollo nach Maß. Welcher Thermostoff an dein Fenster passt, zeigen wir dir beim kostenlosen Termin in Berlin, Potsdam und Umgebung.


