Ratgeber · Gardinen

Gardinen kürzen: mit Bügelband, ohne Nähen oder mit der Maschine

Gardinen kürzen ohne Nähen: mit Bügelband, Saumband oder Kleber. Dazu die Variante mit Nähmaschine, typische Fehler beim Abmessen und wann sich eine Gardine nach Maß mehr lohnt.

Gardinen kürzen: mit Bügelband, ohne Nähen oder mit der Maschine
Mit Bügelband lässt sich ein Saum ohne Nadel und Faden fixieren.

Neue Fertiggardinen sind fast immer zu lang. Das ist Absicht, denn die Hersteller wissen nicht, wie hoch dein Raum ist. Kürzen ist deshalb ganz normal, und es geht auch ohne Nähmaschine. Entscheidend ist, dass du richtig misst, bevor du die Schere ansetzt.

Erst messen, dann schneiden

Häng die Gardine zuerst an die Schiene oder Stange, an der sie später hängen soll. Lass sie ein, zwei Tage hängen, damit sich der Stoff aushängen kann. Gerade bei leichten Stoffen verändert sich die Länge dabei noch etwas.

Markiere dann mit Stecknadeln, wo die Gardine enden soll. Meist ist das knapp über dem Boden. Miss an mehreren Stellen, denn Böden sind selten ganz gerade. Rechne zur gewünschten Länge noch die Saumzugabe hinzu, also den Stoff, der nach innen umgeschlagen wird. Erst dann schneidest du.

Tipp

Wasche die Gardine vor dem Kürzen, wenn du sie später waschen willst. Manche Stoffe laufen beim ersten Waschen etwas ein, und dann wäre die frisch gekürzte Gardine plötzlich zu kurz.

Gardinen kürzen mit Bügelband

Bügelband ist ein schmales Klebeband, das unter Hitze schmilzt und zwei Stofflagen miteinander verbindet. Damit lässt sich ein Saum ohne Nadel und Faden fixieren.

Schneide die Gardine auf die gewünschte Länge plus Saumzugabe. Schlag den Saum einmal um und bügle ihn flach. Bei leichten Stoffen schlägst du ihn zweimal um, damit die Schnittkante innen liegt. Leg dann das Bügelband zwischen die Stofflagen, deck alles mit einem feuchten Tuch ab und bügle mit Druck darüber. Halte dich bei Temperatur und Dauer an die Angaben auf der Packung.

Lass den Saum vollständig abkühlen, bevor du die Gardine aufhängst. Erst dann hält die Verbindung richtig.

Weitere Wege ohne Nähen

Neben dem Bügelband gibt es Textilkleber, der den Saum dauerhaft verklebt. Er eignet sich für Stoffe, die keine Bügelhitze vertragen. Achte darauf, dass der Kleber nach dem Trocknen flexibel bleibt, sonst wird der Saum steif.

Für Gardinen, die nur kurzfristig hängen, gibt es Saumklammern oder Klebepunkte, mit denen der umgeschlagene Saum gehalten wird. Das ist schnell, aber nicht besonders haltbar und bei durchscheinenden Stoffen oft sichtbar.

Mit der Nähmaschine kürzen

Ein genähter Saum ist die haltbarste Lösung. Schneide den Stoff zu, schlag den Saum doppelt um, steck ihn fest und näh ihn mit einem Geradstich oder einem Blindstich ab. Der Blindstich ist von vorne kaum zu sehen und wirkt am saubersten.

Bei langen Gardinen hilft es, den Saum vorher zu bügeln. Dann verrutscht beim Nähen nichts, und die Linie bleibt gerade.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist, die Gardine flach auf dem Boden auszumessen. Hängend fällt sie oft länger, und am Ende ist sie zu kurz. Häufig wird auch die Saumzugabe vergessen. Und wer vor dem ersten Waschen kürzt, erlebt bei manchen Stoffen eine Überraschung.

Ein weiterer Fehler ist, oben zu kürzen. Dort sitzt das Band, mit dem die Gardine aufgehängt wird. Kürze deshalb fast immer unten. Welche Bänder es gibt, erklärt der Ratgeber zu Kräuselband, Ösen und Wellenband.

Wann Kürzen nicht mehr sinnvoll ist

Kürzen funktioniert gut, wenn ein paar Zentimeter bis eine Handbreit weg müssen. Schwierig wird es bei Gardinen mit Muster am unteren Rand, bei Stoffen mit eingewebter Bordüre oder bei schweren Stoffen, die mit Bügelband nicht sauber halten.

Wenn die Gardine deutlich zu kurz ist, hilft Kürzen ohnehin nicht. Das passiert vor allem in Räumen mit hohen Decken. Wie du dort zur richtigen Länge kommst, steht im Ratgeber Gardinen in Überlänge.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gardine erst aufhängen und aushängen lassen, dann messen.
  • An mehreren Stellen messen und Saumzugabe einrechnen.
  • Bügelband ist die einfachste Lösung ohne Nähen.
  • Ein genähter Blindstich-Saum hält am längsten.
  • Immer unten kürzen, oben sitzt das Band.
  • Bei Bordüren, Mustern oder schweren Stoffen lieber nach Maß.

Fazit

Gardinen zu kürzen ist kein Hexenwerk. Mit Bügelband klappt es ohne Nähmaschine, mit einem genähten Saum hält es am längsten. Der wichtigste Schritt ist das Messen an der hängenden Gardine.

Wenn du dir das Kürzen sparen willst, lass deine Gardinen gleich in der richtigen Länge nähen. Auf unserer Seite zu Gardinen und Vorhängen nach Maß findest du alle Stoffe, und beim kostenlosen Termin messen wir in Berlin, Potsdam und Umgebung für dich aus.

Christian Trautvetter
Sonnenschutz-Experte bei Decocity

Berät seit über zehn Jahren Kundinnen und Kunden in Berlin und Potsdam rund um Vorhänge, Plissees und Verdunkelung.

Häufige Fragen

Kurz erklärt.

Hält Bügelband auch nach dem Waschen?
Gutes Bügelband hält in der Regel auch mehrere Wäschen bei niedriger Temperatur aus. Bei häufigem, heißem Waschen kann es sich aber lösen. Wer die Gardine oft wäscht, ist mit einem genähten Saum auf der sicheren Seite.
Kann ich Gardinen mit Bleiband kürzen?
Ja. Wenn die Gardine unten ein Bleiband hat, trennst du es vorher heraus und setzt es nach dem Kürzen wieder in den neuen Saum ein. So fällt die Gardine weiterhin gerade.
Kürze ich oben oder unten?
Fast immer unten. Oben sitzt das Kräusel-, Falten- oder Wellenband, das du nicht abtrennen solltest. Nur bei Gardinen mit Stangendurchzug kann man in manchen Fällen auch oben kürzen.
Kann ich Gardinen kürzen lassen?
Ja, in einer Änderungsschneiderei. Wenn du ohnehin neue Gardinen planst, ist eine Maßanfertigung oft die bessere Wahl, weil der Stoff gleich in der richtigen Länge genäht wird.
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